Prostitution

Ilse Frapan (1849–1908): Die Retter der Moral.

Ilse Frapan treibt in diesem Drama die Kritik an der patriarchalen Logik in Gesetz, Politik und Gesellschaft auf die Spitze. Die „Retter der Moral“ sind eigentlich Männer ohne Moral, die vor nichts zurückschrecken. Der Text nimmt einen Hamburger Polizeiarzt in den Fokus. Erst verführt er eine verheiratete Frau, die stirbt, als sie ihn bei der Polizei erkennt. Danach treibt er seine eigene Tochter in die Prostitution, um mit ihr zu schlafen. Das Mädchen ertränkt sich, ihre Schwester bringt den Vater bei einem Maskenfest um. (Annette Kliewer)

Erscheinungsjahr: 1905

Begriff: Doppelmoral, Drama, Naturalismus, Politik, Prostitution, Sexualität

Emmy Hennings (1885–1948): Gefängnis

Roman, in dem Hennings eigene kürzere Inhaftierungen verarbeitet und aus Perspektive der wegen kleinerer Eigentums- und Prostitutionsdelikte inhaftierten Protagonistin Emmy H. die Erfahrung von Ohnmacht und Machtausübung schildert. Zugleich sind den Beobachtungen des Alltags im Frauengefängnis die Versuche weiblicher Solidarität gegen die Unerbittlichkeit der Institution eingeschrieben. (Yvonne Al-Taie)

Erscheinungsjahr: 1919

Begriff: Arbeit, Avantgarde, Gefängnisliteratur, Ohnmacht, Prostitution, Roman

Margarete Böhme (geb. Feddersen, in zweiter Ehe verh. Schlüter, 1867–1939): Tagebuch einer Verlorenen. Von einer Toten

Der Roman, der in der Herausgebernotiz von Böhme als authentisches Tagebuch einer Prostituierten ausgegeben wird, verbindet Sozialkritik und die Darstellung von Sexualität. Er schildert sexuelle Gewalt, ledige Mutterschaft und Prostitution. Während der Roman nach der Publikation vielfach verkauft, rezensiert und dreimal als Stummfilm verfilmt wurde, geriet er in den 1930ern in Vergessenheit. (Marcella Fassio)

Erscheinungsjahr: 1905

Begriff: Ehe, Gewalt, Herausgeberfiktion, Mutterschaft, Prostitution, Roman, Sexualität, sexuelle Gewalt, Sozialkritik, Tagebuch

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