Susanne Kerckhoff (1918–1950): Berliner Briefe (1948)
Der (halbfiktive) Briefroman umfasst insgesamt 13 Briefe der fiktiven Schreibinstanz Helene. Sie sind Bekenntnis, Auseinandersetzung und Konfrontation mit der Schuldfrage und der deutschen Gesellschaft in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die Briefe „irgendeine Berlinerin“ die sich bemüht, „innerhalb der gegebenen Situation über das politische Woher und Wohin Rechenschaft abzulegen“ (Vorbemerkung) sind an den fiktiven Adressaten Hans, einen jüdischen Freund im Exil, gerichtet. Dessen Perspektive bleibt ausgespart, die 13 Briefe sind monoperspektivisch angelegt. (Lena Bührichen)