Neue Sachlichkeit

Christa Anita Brück (Pseudonym für Christa Ladisch, geb. Jaab, 1899–1958): Ein Mädchen mit Prokura. Roman.

Thea Iken ist Prokuristin in einer Bank. Ihre Kolleginnen begegnen ihr mit Ablehnung. Die aufkommende Bankenkrise bedroht auch ihre Existenz, sie möchte sich aber um jeden Preis ihre Selbständigkeit bewahren. Als dann in der Bank ein Mord geschieht, gerät sie selbst in Verdacht und wird verhaftet. Brück beschreibt aus eigener Erfahrung das Leben der kleinen Angestellten in der Weimarer Republik. Der Roman wurde 1934 verfilmt. (Annette Kliewer)

Erscheinungsjahr: 1932

Begriff: Berufstätigkeit, Neue Frau, Neue Sachlichkeit, Pseudonym, Roman, Weimarer Republik

Christa Anita Brück (Pseudonym für Christa Ladisch, geb. Jaab, 1899–1958): Schicksale hinter Schreibmaschinen.

Brück beschreibt aus eigener Erfahrung das Leben kleiner Angestellter in der Weimarer Republik: Die Heldin aus bürgerlichem Elternhaus muss nach dem Tod der Eltern als Sekretärin arbeiten gehen. Sie ist dabei ständig bedroht durch Arbeitslosigkeit und die Angst, krank zu werden und zu versagen, aber auch durch die sexuellen Übergriffe verschiedener Chefs, denen sie zu entgehen versucht. Der Roman wurde 1933 auf der „Schwarzen Liste der verbrennungswürdigen Bücher“ geführt. (Annette Kliewer)

Erscheinungsjahr: 1930

Begriff: Arbeit, Berufstätigkeit, Ehe, Neue Frau, Neue Sachlichkeit, Pseudonym, Roman, Tod, Weimarer Republik

Claire Goll (1890–1977): Ein Mensch ertrinkt. 

Dieser Roman handelt von Marie, einem Hausmädchen einer vornehmen Pariser Familie. Marie hat ein Verhältnis mit dem Schwarzen Chauffeur einer Nachbarfamilie und bekommt ein Kind von ihm. Deshalb verliert sie ihre Stelle und da sie als uneheliche Mutter keine Arbeit mehr findet, verhungert das Kind. Claire Goll ist oft nur noch als Muse ihres Mannes Yvan Goll bekannt, war aber auch eine erfolgreiche Schriftstellerin. (Annette Kliewer)

 

Erscheinungsjahr: 1931

Begriff: Arbeit, Ehe, Familie, Hunger, Neue Sachlichkeit, Rassismus, Roman, Uneheliche Mutterschaft

Mela Hartwig (geb. Melanie Hess, verh. Spira, 1893–1967): Bin ich ein überflüssiger Mensch?

Der Roman, der 1933 aus politischen Gründen vom Zsolnay-Verlag abgelehnt wurde, erscheint erst 2001 bei Droschl. Er beschreibt in Geständnisform den Weg der Stenotypistin Aloisia Schmidt während der Weimarer Republik. Der Text kreist um das neurotische Herausstellen der eigenen Nichtigkeit als Arbeitskraft, Tochter und Geliebte sowie das beständige Scheitern an den patriarchalen Gesellschaftsstrukturen. (Marcella Fassio)

Erscheinungsjahr: 1931/2001

Begriff: Arbeit, Büroroman, Erschöpfung, Erwerbsarbeit, Liebesbeziehung, Neue Sachlichkeit, Roman, Weimarer Republik

Irmgard Keun (1905–1982): Gilgi – eine von uns

Gilgi, an der exemplarisch weibliche Rollenschemata verhandelt werden, sucht (nachdem sie erfahren hat, dass sie adoptiert ist) nach ihrer leiblichen Mutter. Dabei verliebt sie sich, wird schwanger und geht schließlich nach Berlin. Als kanonischer Text der Neuen Sachlichkeit angeführt, wurden inzwischen auch die expressionistischen Darstellungsverfahren herausgearbeitet. (Katharina Klanke)

Erscheinungsjahr: 1931

Begriff: Arbeit, Debüt, expressionistisch, Mutterschaft, Neue Frau, Neue Sachlichkeit, Roman, Weiblichkeit, Weimarer Republik

Vicki Baum (1888–1960): stud. chem. Helene Willfüer

Mit ihrer ersten und einzigen Auftragsarbeit für den Ullstein-Verlag etablierte sich Baum als Erfolgsautorin. Im Zentrum des Romans steht Helene Willfüer, eine Chemiestudentin in Heidelberg, die ungewollt schwanger wird. Nach Abtreibungsversuchen und einem geplanten (Doppel-)Suizid bekommt sie einen Sohn, beendet ihre Dissertation und wird eine erfolgreiche Wissenschaftlerin. (Sandra Folie)

Erscheinungsjahr: 1928

Begriff: Abtreibung, Arbeit, Neue Frau, Neue Sachlichkeit, Roman, Weimarer Republik, Wissenschaft

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