Frauenbewegung

Hedwig Dohm (geb. Schlesinger, 1831–1919): Die Antifeministen. Ein Buch der Verteidigung

Hedwig Dohm, die dem radikalen Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung zuzurechnen ist, entlarvt in ihren bissigen Essays die sogenannte Natur der Frau als soziales Konstrukt und formuliert eine radikale Kritik am Geschlechterdualismus. Damit wehrt sie sich gegen die Antifeministen ihrer Zeit, eine Übertragung auf die heutigen Anti-Genderisten liegt nahe. Satirisch greift sie das Denken und die Sprache ihrer Gegner auf und treibt sie ad absurdum. (Annette Kliewer)

Erscheinungsjahr: 1902

Begriff: Antifeminismus, Essay, Essentialismus, Feminismus, Frauenbewegung, Gender, Satire, Sprache

Gabriele Reuter (1859–1941): Frauenseelen. Novellen.

In sieben Novellen stellt Reuter unterschiedliche Frauen dar, die alle versuchen, sich von den festen Geschlechterklischees zu lösen. Dabei müssen sie aber immer wieder erkennen, dass sie selbst daran schuld sind, wenn sie sich den Männern und deren Erwartungen an sie als Frau unterwerfen. Gerade, weil sie so kurz sind, eignen sich diese Texte für eine Neuentdeckung der Bestseller-Autorin. (Annette Kliewer)

Erscheinungsjahr: 1910

Begriff: Bestseller, Emanzipation, Frauenbewegung, Geschlechterrollen, Kaiserreich, Novelle, Novellen, Realismus, weibliche Sexualität

Maria Janitschek (1859–1927): Die neue Eva. 

Der Novellen-Band wurde 1909 wegen der sexuellen Offenherzigkeit verboten. Spannend ist die ambivalente Darstellung der Frauenbewegung durch die Autorin: Einerseits kritisiert sie patriarchale Frauenvorstellungen, andererseits begegnet sie aber auch feministischen Freiheitsfantasien verschiedener studierter und dominanter Frauen eher ironisch-abwertend. (Annette Kliewer)

Erscheinungsjahr: 1902

Begriff: Berufstätigkeit, Ehe, Frauenbewegung, Freiheit, Geld, Lesbische Liebe, Novelle, Novellen, Sexualität, Sexuelle Freiheit, Symbolismus

Hedwig Dohm (geb. Schlesinger, 1831–1919): Christa Ruland

Der dritte Teil einer Romantrilogie, die drei Frauengenerationen verhandelt, ist eingebettet in zeitgenössische Kunst- und Kulturdiskurse um 1900. Der Text schildert die Emanzipationsbestrebungen der bourgeoisen Protagonistin als Übergangsgeschöpf der Jahrhundertwende, dem ohne ausreichende Bildung die Möglichkeiten der eigenen Lebensgestaltung verstellt sind. Der Roman ist zudem eng verknüpft mit Dohms Positionierung in der Frauenbewegung. (Marcella Fassio)

Erscheinungsjahr: 1902

Begriff: Bildung, Emanzipation, Familie, Frauenbewegung, Jahrhundertwende, Kunst, Realismus, Roman

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