Autobiografie

Irina Liebmann (* 1943): Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater Rudolf Herrnstadt

Liebmann rekonstruiert die wechselvolle Geschichte ihres Vaters Rudolf Herrnstadt (1903-1966), ein Journalist, der vor dem Nationalsozialismus nach Moskau flieht und im Mai 1945 mit der Roten Armee wieder in Berlin eintrifft, wo er die Presse der damals sog. Ostzone aufbaut, bis er 1953 bei der SED-Führung in Ungnade fällt. Ein beeindruckendes Vaterporträt, eine berührende Vater-Tochter-Beziehung und ein Stück DDR-Geschichte. (Carola Hilmes)

Erscheinungsjahr: 2008 (Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse)

Begriff: Autobiografie, Biografie, deutsche Geschichte (seit den 1920er Jahren), Geschichte der DDR

Margarethe Elisabeth Milow (1748–1794): Mein Leben. Ein Vermächtnis für meinen Mann und meine Kinder

In den Jahren 1778 bis 1794 sukzessive entstandene autobiografische Schrift der Hamburger Kaufmannstochter Margarethe Elisabeth Milow geb. Hudtwalcker. Der formal heterogene Text rekurriert einerseits auf Modelle der Bekehrungsautobiografie sowie der Chronik und des Hausbuches, nimmt andererseits aber auch Impulse aus der Romanliteratur der Zeit auf (insb. Briefroman). U.a. schildert Milow spezifisch weibliche Erfahrungen wie Niederkünfte und eine Brustkrebsoperation. (Vera Viehöver)

Erscheinungsjahr: 1794/1987; erw. Neuedition 1993

Begriff: Autobiografie, autobiografisch, Bekehrungsautobiografie, Brief, Briefroman, Brustkrebs, Chronik, Ehe, Hamburg, Hausbuch, Mutterschaft, Protestantismus, Religion, Roman

Ika Hügel-Marshall (1947–2022): Daheim unterwegs. Ein deutsches Leben

Hügel-Marshall, 1947 in einer bayrischen Kleinstadt geboren, schildert in ihrer Autobiografie ihre Geschichte als Tochter eines afroamerikanischen Soldaten und einer weißen Mutter. Als sogenanntes Besatzungskind wuchs sie teilweise in einem Heim auf, wo sie physisch und psychisch misshandelt wurde. Erst mit Ende 30 lernte sie andere Afrodeutsche kennen und mit 46 Jahren ihren Vater. (Sandra Folie)

Erscheinungsjahr: 1998

Begriff: Autobiografie, Geschichte, Rassismus, Schwarze deutsche Literatur

Dualla Misipo (1901–1973): Der Junge aus Duala. Ein Regierungsschüler erzählt…

Der selbstillustrierte, autofiktionale Roman zählt zu den frühesten postkolonialen Werken in deutscher Sprache. Aus der Perspektive des Kameruners Ekwe Njembele, der vor dem Ersten Weltkrieg zu Ausbildungszwecken nach Deutschland kam, schildert er das Aufwachsen in der deutschen Kolonie Kamerun sowie das Leben im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Der Roman zeichnet sich durch einen komplexen Umgang mit Zeit, eine verschachtelte Erzählstruktur sowie durch Intertextualität aus. 1973 (Erstpublikation; Kraus Reprint); 2022 (neue Ausgabe; Rüdiger Köppe Verlag). (Sandra Folie)

Erscheinungsjahr: 1920er–1960er (verfasst); 1973 (Erstpublikation); 2022 (neue Ausgabe)

Begriff: Autobiografie, Bildung, Erzählung, Kolonialismus, Liebesbeziehung zwischen einem Schwarzen Mann und einer weißen Frau, Medizin, Migration, Rassismus, Roman, Schwarze deutsche Literatur

Nach oben scrollen