Spätaufklärung

August Heinrich Julius Lafontaine (1758–1831): Leben und Thaten des Freiherrn Quinctius Heymeran von Flaming

Die Werke von August Lafontaine setzen sich intensiv mit Themen seiner Zeit – wie der Anthropologie und der Philosophie der Spätaufklärung – auseinander. Dieser Roman befasst sich mit wissenschaftlichem Rassismus anhand des Gegensatzes zwischen zwei Hauptfiguren: einem Baron, der – als Adept einer anthropologisch fundierten Rassenkunde – seine Theorie über die Überlegenheit bestimmter Rassen beweisen möchte, und einer jungen Frau abessinischer Herkunft und muslimischer Religion, die sich dieser Ansicht entgegenstellt und im Verlauf des Romans zunehmend an Bedeutung gewinnt. (Larissa de Assumpҫão)

Erscheinungsjahr: 1795–1796

Begriff: Erziehung, Rassismus, Satire, soziale Konflikte, Spätaufklärung, Wissenschaft

Benedikte Naubert (1752–1819): Die Weiße Frau

Nauberts Kunstmärchen knüpft an die didaktischen Märchen der Spätaufklärung an, die sie mit Elementen des historischen Romans modernisiert. Eine Schauergeschichte entspinnt sich auf der Grundlage einer überlieferten Chronik: Die Protagonistin erforscht darin die Geschichte eines Schlossgespensts, um zu verhindern, dass ihre Urahnin weiter die Liebhaber späterer Generationen hinwegrafft. Der Clou: Hauptfigur sowie das alte Gespenst heißen „die blonde Bertha“ und kämpfen in ihrer ‚Waldeinsamkeit‘ gegen den Wahnsinn an. Naubert gibt sich als direkte Impulsgeberin der Frühromantik zu erkennen, ob von Tiecks „Blondem Eckbert“ oder den Romanen Walter Scotts, der sich explizit auf sie beruft. (Raphael Stübe) 

Erscheinungsjahr: 1792

Begriff: Erzählungen, Geister, historischer Roman, Horror, Märchen, Romantik, Sagen, Schauergeschichte, Spätaufklärung, Waldeinsamkeit

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