Kindsmord

Adelheid Reinbold (1800–1839): Die Gesellschaft auf dem Lande

Zyklus von vier Schauergeschichten (Emilie de Vergy, Die Kette, Der Doppelgänger, Bagatelle), die sich Vertreter:innen verschiedener Stände bei einem Landaufenthalt erzählen. Reinbold verhandelt in den Novellen Standeskonflikte und heteronormative Geschlechterverhältnissen, oftmals in intersektionaler Verschränkung. Patriarchale Gewalt in Partnerschaft und Ehe klingen in vielen der Novellen an oder sind sogar zentrales Thema. Die schauerliterarischen Motive figurieren – etwa in Die Kette – weibliche Rachephantasien. Die Rahmengespräche nutzt der Text für Verweise auf politische Konflikte des Vormärz. (Jakob Christoph Heller)

Erscheinungsjahr: 1836

Begriff: Ehe, Eifersucht, Emanzipation, Geschlechterrollen, Gesellschaftskritik, Gewalt, Kindsmord, kryptonyme Autorschaft, Liebe, Misogynie, Novellistik, Okkultismus, Romantikrezeption, Schauerliteratur, Sexualität, Vormärz/Biedermeier

Marianne Fritz (1948–2007): Die Schwerkraft der Verhältnisse

Berta Schrei wird an ihrem 40. Geburtstag – fünf Jahre nachdem sie ihre Kinder ermordet hat – von ihrem Ex-Mann und seiner neuen Frau in der Heilanstalt besucht. In Analepsen wird von ihrer Isolation in der Nachkriegszeit erzählt. Fritz‘ Debüt und erster Teil ihres Romanzyklus Die Festung wurde 1978 mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichnet und 2021 fürs Theater adaptiert. (Sandra Folie)

Erscheinungsjahr: 1978

Begriff: 2. Weltkrieg, Debüt, Geburt, Kindsmord, Mutterschaft, Nachkriegszeit, Roman, Romanzyklus, Theater

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