Die im Kloster Helfta wirkende Gertrud verfasste Buch II des mittellat. Legatus Divinae Pietatis (‚Gesandter der göttlichen Liebe‘) eigenhändig, während die anderen vier Bücher von einer Mitschwester – Bücher III-V vermutlich auch nach Diktat durch Gertrud ‒ aufgeschrieben wurden. Der Text enthält Berichte über Gertruds mystische Visionserfahrungen, Dialoge mit Gott sowie Reflexionen besonders über die göttliche Liebe, mit allgegenwärtigem Bezug zum Motiv des Herzens. Übersetzung ins Deutsche im 15. Jh. (Botte der götlichen miltekeit). (Julia Rüthemann)
Erscheinungsjahr: entstanden 1289/1300-01; lat. Druckausgabe 1536 (durch den Kartäuser Johannes von Lansperg)
Begriff: (weibliche) Autorschaft, Frauenmystik, göttliche Liebe, Gertrud die Große, Herz, Herz-Jesu-Verehrung, Kloster Helfta, Mehrautorenschaft, Visionsliteratur