Von der Forschung als ‚erste deutschsprachige Dorfgeschichte‘ apostrophiert, verhandelt der im norddeutschen Bauernmilieu spielende Text die Liebe des armen Waisen Fritz und der Bauerstochter Lieschen, die gegen ihren Willen einen reichen Bäcker aus der Stadt heiraten soll. Lieschens Geschichte wird als Fortsetzung einer intergenerationellen Ohnmachtserfahrung gerahmt. Der emanzipatorisch-patriarchatskritische Plot ist angereichert mit phantastisch-magischen Figuren und Motiven, die dem niederdeutschen Volksglauben entstammen. (Jakob Christoph Heller)
Ausgaben (online):
- Deutsches Textarchiv: Berthold, Franz : Irrwisch-Fritze. In: Deutscher Novellenschatz. Hrsg. von Paul Heyse und Hermann Kurz. Bd. 4. 2. Aufl. Berlin, , S.–115 https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/berthold_irrwischfritze_1910/
- Open-Access-Neuausgabe durch Mondrian von Lüttichau im Eine-Person-Verlag Autonomie & Chaos: https://autonomie-und-chaos.de/die-buecher/adelheid-reinbold-russische-scenen-irrwisch-fritze
Erscheinungsjahr: 1839
Begriff: Adoleszenz, Bauernmilieu, Dorfgeschichte, Geschlechterrollen, Gesellschaftskritik, kryptonyme Autorschaft, Liebe, Okkultismus, Patriarchat, phantastische Literatur, Vormärz/Biedermeier